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Nachlässe ehemaliger Kölner Studierender

Das Historische Archiv der Universirtät zu Köln besitzt neben Nachlässen von hier Lehrenden auch einige Nachlässe bzw. Nachlaßsplitter früherer Studierender.

Darunter finden sich teilweise komplette Reihen von Kollegheften und Vorlesungsmitschriften, teilweise sind es nur einige Blätter und Formulare. Aber auch diese können von Interesse sein, weil sie die Aktenüberlieferung ergänzen, wenn sich diese Inhalte sonst nicht niedergeschlagen haben.

Faksimile des Kölner Studienbuches von Nam June Paik

Das Universitätsarchiv konnte im Mai 2011 das Faksimile des Studienbuches von Nam June Paik (1932-2006) aus dem deutschen Antiquariatshandel erwerben. Es wird hier künftig als Zugang 757 verwahrt.

Das Faksimile entstand nach Auskunft des anbietenden Antiquariats Helmut R. Lang (Wiesbaden) um 1990 aus einer Verbundenheit von Nam June Paik mit den Kunstmäzenen Ute und Michael Berger in Wiesbaden als Privatdruck im Verlag "Harlekin Art" in einer Auflage von 333 Exemplaren. Unser Exemplar trägt die Nummer 7.

Geboren 1932 in Seoul (Korea), floh Nam June Paik mit seiner Familie 1952 nach Japan, wo er 1952-1956 an der Universtät Tokio Ästhetik studierte und mit dem Bachelor of Arts abschloß. In München studierte er 1956/57 Musikwissenschaft und 1957/58 in Freiburg (Br.) Komposition. Am 28.5.1960 immatrikulierte sich Nam June Paik in der Philosophischen Fakultät unserer Universität für das Fach Musikwissenschaft mit dem Ziel der Promotion. Ausweislich des Studienbuches belegte Name June Paik in Köln aber keine einzige musikwissenschaftliche Veranstaltung, sondern hörte bei den Philosophen Ludwig Landgrebe, Johannes Hessen, Karl-Heinz Volkmann-Schluck und Paul Wilpert über Themen vom Mittelalter bis zur Moderne.

Im SS 1963 und im WS 1963/64 war Paik wegen Auslandsstudiums beurlaubt; in dieser Zeit unternahm er Reisen nach Japan und New York. Im SS 1964 wurde er wegen Nicht-Rückmeldung aus der Liste der Studierenden gestrichen, ihm aber am 19. Juli 1965 rückwirkend zum Ende des WS 1962/63 Exmatrikel erteilt.

In seiner Kölner Zeit stellte Paik im Atelier von Mary Bauermeister, der Frau des Komponisten Karlheinz Stockhausen, aus: "I started my career in Düsseldorf Gallery 22 1959 and in Cologne Atelier Mary Bauermeister in 1960–61 and continued in Gallery Parnaß 1963 – therefore it is logical to say that Germany, especially Rhineland is my artistic HEIMAT." (Aus dem Nachruf auf Paik: »Germany – my Heimat«)

Paik war der Begründer der Videokunst und Mitglied der intermedialen Künstlergruppe Fluxus. Er arbeitete mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen zusammen, der ebenfalls an unserer Universität Musikwissenschaft studiert hatte (Zugang 638: Stockhausiana - Faksimilia von Seminararbeiten, Komposition zur 600-Jahr-Feier der Universität 1988).

Nam June Paik starb 2006.